Das US-Unternehmen Chevron hat sein Interesse bekundet, vor Kreta nach Erdgas zu bohren. Athen bewertet das als Vertrauensvotum für Investitionen. Vor allem aber wird damit die griechische Ausschließliche Wirtschaftszone anerkannt. Dem Ziel Griechenlands, zu einer Energie-Drehscheibe in der Region zu werden, kommt das sehr entgegen.
Der weltweit operierende US-Energiekonzern Chevron Corporation hat sein Interesse bekundet, südlich von Kreta nach fossilen Brennstoffen zu bohren. Bereits im Februar hatte Chevron die Beteiligung an einer internationalen Ausschreibung für die Vergabe von Explorations- und anschließenden Ausbeutungsrechten in Teilen des Ionischen Meeres – die Region im Westen des Landes – bekanntgegeben.
Premier Kyriakos Mitsotakis nahm die jüngste Nachricht, dass der Konzern nun auch sein Interesse an der Region südlich vor Kreta bekundet hat, erfreut auf. Er stellte fest, dass Chevron damit die Ausschließliche Wirtschaftszone Griechenlands in der Ägäis anerkenne. Zudem sei dies ein Beweis dafür, dass sich Griechenland zu einem Energieknotenpunkt im Östlichen Mittelmeer entwickle. Dies, so fügte er hinzu, sei eine „strategische Entscheidung“. Zudem erinnerte er daran, dass der US-Mineralölkonzern ExxonMobile bereits südwestliche von Kreta und der Peloponnes aktiv sei. Erste Bohrungen dort würden noch in diesem Jahr vorgenommen.
Zu Wort meldete sich auch der Vizepräsident der Regierung Kostis Chatzidakis. Er sprach von einem „nationalen Erfolg, der sehr positive wirtschaftliche und geopolitische Charakteristika mit sich bringen wird“. Umweltminister Stavros Papastavrou fügte in einem Interview gegenüber dem staatlichen Fernsehsender ERT hinzu: Es sei offensichtlich, dass „Chevron Griechenland ein Vertrauensvotum als zuverlässiges Investitionsziel schenkt“. Was die Explorationsarbeiten südlich von Kreta anbetrifft, so erklärte er, dass es schon bald eine internationale Ausschreibung geben werde.
Während einer Sitzung seines Ministerrates in der vorigen Woche hatte Mitsotakis außerdem kommentiert, dass Griechenland zu den „Champions“ in Europa zähle, was die Produktion sauberer Energie angeht. Vorangetrieben werden vor allem Solar- und Windenergie. Dennoch sei Griechenland in den kommenden Jahren auch vom Erdgas abhängig. Daher sei es wichtig, Bohrungen nach diesem Rohstoff selbst durchzuführen, „anstatt es für Milliarden Euro zu importieren“. (Griechenland Zeitung / eh)