Griechenlands Landwirte sind auf den Barrikaden. Der Minister für Agrarentwicklung unterstützt zwar die Auffassung, dass der Klimawandel und die Umstände auf dem internationalen Markt ein schweres Problem für die Landwirtschaft sind. Vertreter von Bauernverbänden halten dem entgegen, dass die Regierung zu wenig für eine Verbesserung der Situation tue.
Am heutigen Mittwoch (19.2.) haben Landwirte geplant, eine Großdemonstration im Zentrum von Thessaloniki, der zweitgrößten Stadt des Landes, durchzuführen. Ursprünglich wollten sie sich um 18.30 Uhr vor dem Gebäude der Region Zentralmakedoniens treffen. Nachdem die Polizei die Durchführung von Protestaktionen in dieser Gegend verboten hat, bleibt offen, wann und wo die geplante Kundgebung stattfinden wird. Die Polizei begründete das Verbot mit einer „ernsthaften Gefahr für die öffentliche Sicherheit“. Ursprünglich wollten die Landwirte zum Teil mit ihren Traktoren in der Hafenstadt vorfahren.
Vierstündiges Treffen
Hintergrund ist eine geplante Rede von Premierminister Kyriakos Mitsotakis, die im Rahmen des Thessaloniki Summit stattfinden soll. Organisiert wird diese vom Verband der Griechischen Industrie. Mit ihrem Protest wollten die Landwirte auch ein direktes Treffen mit dem Regierungschef erzwingen.
Eine vierstündige Sitzung mit dem Minister für Agrarentwicklung und Lebensmittel Kostas Tsiaras am vergangenen Freitag (14.2.) wurde von den Landwirten als enttäuschend bezeichnet. Während das Ministerium von Zuwendungen spricht, erklären die Protestler, dass ihnen lediglich „vage Versprechungen“ und „Krümel“ zugesagt worden seien; der Kampf werde fortgesetzt.
„Wir kämpfen um unser Überleben, es geht nicht anders“, erklärten anschließend Vertreter von Agrarverbänden, während sie der Regierung „Unnachgiebigkeit“ vorwerfen. Tsiaras stellte seinerseits fest, dass die griechische Regierung den Primärsektor unterstützen werde. Außerdem wurde bekannt, dass eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Ministerien für Wirtschaft und Agrarentwicklung mit Landwirten gebildet werden soll, um Lösungen zu finden.
Unterdessen sagte das Ministerium Steuersenkungen für Dieselkraftstoff in der Landwirtschaft in Höhe von 160 Millionen Euro, anstatt der bisherigen 100 Millionen Euro, zu. Preiswerterer Strom soll wiederum durch Photovoltaik-Anlagen entstehen. Außerdem soll die Infrastruktur im Primärsektor verbessert werden; dafür seien bis zu 2,5 Milliarden Euro vorgesehen. Dies betrifft etwa Bewässerungssysteme und eine Aufwertung der Straßen-Infrastruktur in Zentralgriechenland. Minister Tsiaras erklärte nach dem Treffen, dass viele der Probleme der Landwirte im Jahr 2024 aufgetreten seien, die auf den Klimawandel und die Umständen auf dem internationalen Markt zurückzuführen seien. An dem Treffen haben sich u. a. Vertreter aus den Ministerien für Agrarentwicklung und Lebensmittel, Infrastruktur und Transport, Umwelt und Energie, Nationale Wirtschaft und Finanzen als auch Beauftragte der Landwirte aus ganz Griechenland beteiligt. (Griechenland Zeitung / eh)