Griechenland und Israel wollen enger kooperieren, vor allem bei Fragen der Verteidigung und der Energieverbindung zwischen den beiden Ländern. Dies ist das Ergebnis von Gesprächen, die Premierminister Kyriakos Mitsotakis am Sonntag (30.3.) mit seinem israelischen Amtskollegen Benjamin Netanjahu in Jerusalem führte.
Der Besucher aus Athen sprach sich für die Befreiung der Geiseln und ein gleichzeitiges Ende der israelischen Militäroperationen in Gaza aus. Auf dem Gesprächstisch lag außerdem auch die Situation im östlichen Mittelmeer, im Roten Meer sowie in Syrien und im Libanon. Netanjahu erklärte seinerseits, dass er viele Israelische Staatsbürger kenne, die in Griechenland investieren würden: Dies sei ein „Vertrauensvotum“.
Mitsotakis und sein israelischer Amtskollege Netanjahu
Mitsotakis informierte seinen Gesprächspartner u. a. auch über ein Vierländertreffen, das er am Freitag in Paris mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, dem Zypernpräsidenten Nikos Christodoulidis, dem Präsidenten des Libanon Joseph Aoun und dem Interimspräsidenten der Arabischen Republik Syrien Ahmed al-Scharaa hatte; letzterer hatte sich digital dazu geschaltet. In Paris wurden sowohl Sicherheitsfragen in der Region besprochen, als auch Migrations- und Energiefragen.
Zudem verwies der Besucher aus Griechenland gegenüber seinem israelischen Amtskollegen darauf, dass auch die Dreiländertreffen zwischen Griechenland, Zypern und Israel mit den USA – das dabei eine Beobachterrolle spielt – wiederaufgenommen werden sollten.
Bei der griechischen Opposition wurde die offizielle Reise von Mitsotakis in Israel nicht gut aufgenommen. Es handle sich um einen „äußerst provokanten Schritt“, hieß es aus den Reihen des Bündnisses der Radikalen Linken (SYRIZA). Dabei wurde dem Regierungschef vorgeworfen, „gleichgültig gegenüber dem Völkermord in Gaza“ zu sein. Die kommunistische KKE sprach ihrerseits von einem „Killerstaat Israel“ und beschrieb Netanjahu als einen Kriegsverbrecher. Die Neue Linke sprach von „Wut und Scham“, weil sich Premier Mitsotakis mit dem „Anführer des Völkermords im Gazastreifen umarmt“. Damit stehe er auf der falschen Seite der Geschichte. (Griechenland Zeitung / eh)