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Umfrage zeigt tiefes Misstrauen gegenüber Gewerkschaften in Griechenland Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand vor einer Demonstration vor dem Parlamentsgebäude am Syntagma-Platz in Athen. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand vor einer Demonstration vor dem Parlamentsgebäude am Syntagma-Platz in Athen.

In Griechenland zeigt eine aktuelle Umfrage eine deutliche Vertrauenskrise gegenüber Gewerkschaften. Viele Beschäftigte sehen Gewerkschaftsvertreter kritisch oder halten sie sogar für korrupt. Gleichzeitig befürwortet die Mehrheit grundsätzlich kollektives Handeln und betont die Bedeutung von Solidarität am Arbeitsplatz.

In Griechenland zeichnet sich laut einer aktuellen Umfrage eine deutliche Vertrauenskrise gegenüber Gewerkschaften ab. Demnach gibt ein erheblicher Teil der Befragten an, Gewerkschaftsvertreter als korrupt und wenig engagiert wahrzunehmen. Diese Erhebung des Instituts für Alternative Politik ΕΝΑ wurde Ende Mai unter Beschäftigten im öffentlichen und privaten Sektor in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Prorata durchgeführt und von mehreren Medien wiedergeben.

„Korrupte Gewerkschafter“
Auf die Frage, warum sie nicht Mitglied in einer Gewerkschaft seien, nannten 43 Prozent die Einschätzung, Gewerkschafter seien korrupt und nicht an den Interessen der Beschäftigten interessiert. 29 Prozent gaben an, es gebe in ihrem beruflichen Umfeld keine Gewerkschaft, während 14 Prozent der Ansicht sind, dass Gewerkschaften ihre Situation generell nicht verbessern könnten.
Gleichzeitig zeigt die Studie eine grundsätzlich hohe Zustimmung zur Idee kollektiven Handelns. 84 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass kollektive Aktionen reale Veränderungen bewirken können, 73 Prozent fühlen sich in solchen Zusammenhängen gehört, und 88 Prozent würden sich an einer gemeinsamen Aktion beteiligen, sofern eine schwerwiegende Ungerechtigkeit vorliegt. Allerdings geben 66 Prozent an, dass der Alltagsstress ihre Bereitschaft zur Beteiligung einschränkt.

Solidarische Einstellungen
Auch im Arbeitsumfeld selbst zeigen sich mehrheitlich solidarische Einstellungen: 88 Prozent der Befragten halten Solidarität unter Kolleginnen und Kollegen für sehr wichtig, 62 Prozent würden einen Streik unterstützen, falls ein Kollege entlassen würde, und 79 Prozent widersprechen der Aussage, dass zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten keine wesentlichen Unterschiede bestünden.
Im Hinblick auf den Gewerkschaftsbezug im eigenen Arbeitsumfeld geben 63 Prozent an, sich mit einer bestehenden Gewerkschaft sicherer zu fühlen, 46 Prozent würden einer solchen beitreten, falls es sie am Arbeitsplatz gäbe, und 52 Prozent lehnen die Aussage ab, dass Streiks ein überholtes Mittel seien.
Demgegenüber steht jedoch die geringe formale Beteiligung: 87 Prozent der Befragten sind derzeit kein Mitglied einer Gewerkschaft, 68 Prozent ziehen einen Beitritt auch künftig nicht in Betracht.
Insgesamt wurden 600 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 17 Jahren in ganz Griechenland im Zeitraum vom 15. bis 22. Mai 2026 befragt. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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